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Systemkameras im Vergleich

2013-03-18

Sieben aktuelle Spiegellose Systemkameras mit EVF und passendem Objektiv im technischen Vergleich


Im Laufe des letzten halben Jahres sind eine ganze Reihe von spannenden neuen Kameras und Objektiven vorgestellt worden. In dieser Übersicht vergleiche ich sieben Kombinationen miteinander.

Siehe auch meine laufend aktualisierte Tabelle mit den wichtigsten Spiegellosen Systemkameras.

Die Kameras haben unterschiedliche Zielsetzungen, Stärken und Schwächen, gemeinsam ist ihnen ein in die Kamera eingebauter digitaler Sucher und das Konzept der spiegellosen Systemkamera mit Wechselobjektiven. Daher sollte man sie für eine Kaufentscheidung immer auch im Rahmen des gesamten Systems mit seinen verfügbaren Objektiven und anderem Zubehör betrachten.

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KameraNikon
1 V2
Panasonic
Lumix G5
Sony
NEX-6
Samsung
NX20
Olympus
OM-D E-M5
Fujifilm
X-E1
Panasonic
Lumix GH3
Objektiv3.5-5.6 /
10-30 mm
PZ 3.5-5.6 /
14-42 mm
3.5-5.6 /
16-50 mm
3.5-5.6 /
18-55 mm
3.5-6.3 /
12-50 mm
2.8-4 /
18-55 mm
2.8 /
12-35 mm

Größe & Gewicht

Gewicht Kamera338 g396 g345 g341 g400 g350 g550 g
Gewicht Objektiv115 g95 g116 g198 g212 g310 g305 g
Gewicht gesamt453 g491 g461 g539 g612 g660 g855 g
Maße Kamera BxHxT108 x 82 x 46102 x 83 x 71121 x 90 x 42122 x 90 x 40112 x 67 x 43129 x 75 x 38133 x 93 x 82
Maße Objektiv Ø x Länge58 x 42 mm61 x 27 mm65 x 30 mm63 x 65 mm62 x 60 mm65 x 70 mm68 x 74 mm
Tiefe gesamt (ca.)80 mm77 mm64 mm110 mm128 mm107 mm127 mm
Volumen gesamt (ca.)708 mm³651 mm³696 mm³1207 mm³960 mm³1035 mm³1570 mm³
GehäuseMKMKMM/KM
Spritwasserschutz----X-X

Sensor

Auflösung14,2 MPx16,1 MPx16,1 MPx20,3 MPx16,1 MPx16,3 MPx16,05 MPx
ISO160-6400160-12800100-25600100-12800200-25600200-6400 (25600)160-12800 (25600)
Sensor CXFour ThirdsAPS-CAPS-CFour ThirdsAPS-CFour Thirds
Sensorgröße13,2 x 8,8 mm17,3 x 13 mm23,5 x 15,6 mm23,5 x 15,7 mm17,3 x 13 mm23,6 x 15,6 mm17,3 x 13 mm
Sensorfläche116,2 mm²224,9 mm²366,6 mm²368,9 mm²224,9 mm²368,2 mm²224,9 mm²
Seitenformat3 : 24 : 33 : 23 : 24 : 33 : 24 : 3

Objektiv

BajonettNikon CXMFTSony NEXSamsung NXMFTFujinon XFMFT
Brennweite (KB)27 - 81 mm28 - 84 mm24 - 75 mm27 - 83 mm24 - 100 mm27 - 83 mm24 - 70 mm
Blende (KB)9.5 - 15.27 - 11.25.3 - 8.45.3 - 8.47 - 12.64.2 - 65.6
ZoomManuellMotorMotorManuellManuell / MotorManuellManuell
BildstabilisatorObjektivObjektivObjektivObjektivKameraObjektivObjektiv

Display

Größe3"3"3"3"3"2,8"3"
Auflösung921.000920.000921.000614.000610.000460.000614.400
Schwenkbar-komplett90° hoch
45° runter
komplett80° hoch
50° runter
-komplett
Sucher
Auflösung1,44 MPx1,44 MPx2,36 MPx1,44 MPx1,44 MPx2,36 MPx1,744 MPx
Vergrößerung KB0,73x0,7x0,46x0,675x
Austrittspupille18 mm17,5 mm23 mm18 mm18 mm23 mm21 mm

Verschluss

Blitz (ISO 200)LZ 7LZ 12,4LZ 8,4LZ 15,5LZ 10LZ 7LZ 13
X-Synchro1/250 s1/160 s1/160 s1/180 s1/250 s1/180 s1/160 s
Kürzeste Zeit1/16000 s1/4000 s1/4000 s1/8000 s1/4000 s1/4000 s1/4000 s
Längste Zeit30 s60 s30 s30 s60 s30 s60 s
Serienbilder15-60 Bilder/s6 Bilder/s3-10 Bilder/s8 Bilder/s9 Bilder/s6 Bilder/s6 Bilder/s
Video (max)1920x1080
60i,30
1920x1080
60,50,30,25
1920x1080
50,50i,25
1920x1080
30
1920x1080
59.94i
1920x1080
24
1920x1080
60/50/30p/25p
Fast/Slow-Motion640x240 (400)-----X

Preis

Kamera649,-799,-1099,-899,-1199,-
Objektiv429,-349,-249,-449,-649,-1099,-
Preis gesamt (Kit)899,-899,-949,-1099,-1299,-1299,-2199,-
Marktpreis730,-700,-880,-590,-1300,-1300,-2070,-
Tests (de) digitalkamera.de digitalkamera.de digitalkamera.de digitalkamera.de digitalkamera.de digitalkamera.de digitalkamera.de
(P)reviews (en) dpreview
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Größe & Gewicht

Der erste große Unterschied zwischen den Modellen ist die Größe und das Gewicht. Nikon erreicht dank des kleinen Sensors eine sehr kompakte Größe, Panasonic G5 und Sony benutzen dazu ein Objektiv mit Motorzoom, das zum Transport eingefahren ist - das spart Platz, dafür hat man keinen manuellen Zoomring wodurch sich die Bedienung mehr wie eine Kompaktkamera anfühlt. Im Mittelfeld landen Olympus und Fujifilm, vor allem weil sie das Gehäuse niedrig halten. Das obere Ende teilen sich Samsung und die Panasonic GH3 vor allem wegen der höheren Gehäuse mit großem Aufbau für den Sucher. Beim Gewicht ergibt sich ein ähnliches Bild, lediglich Samsung ist erstaunlich leicht. Anscheinend wurde dort im Vergleich zu den anderen mehr Plastik als Metall verbaut, war einerseits schön leicht ist, sich andererseits aber nicht so hochwertig anfühlt.
Einen optischen Größenvergleiche dieser sieben Kombinationen gibt es bei Camera Size.

Sensor

Weiter gehen die Unterschiede bei der Sensorgröße. Nikon verbaut in den Kameras der Serie 1 den kleinsten Sensor in diesem Vergleich (mit Crop-Faktor 2,7), manche Top-Kompaktkameras erreichen die gleiche Größe. Darauf folgen die drei Kameras von Olympus und Panasonic mit dem gemeinsamen MFT-Standard (Crop-Faktor 2), dem ältesten System mit den deutlich meisten Objektiven. Am oberen Ende finden sich Sony, Samsung und Fujifilm mit Sensoren in APS-C Größe (Crop-Faktor 1,5) und jeweils eigenen, inkompatiblen Systemen. Ein größerer Sensor ermöglicht eine höhere Auflösung oder ein geringeres Rauschen bei wenig Licht, meistens bietet er leichte Vorteile in beiden Bereichen. Gleichzeitig wird bei der selben Blende eine geringere Schärfentiefe erreicht, was unscharfe Hintergründe ermöglicht, wie sie zum Beispiel bei Personenaufnahmen gewünscht sind. Um diesen Effekt vergleichbar zu machen, habe ich in der Tabelle nicht nur die Brennweiten auf Kleinbild umgerechnet angegeben, sondern auch die umgerechnete Blende.

Objektiv

In diesem Vergleich betrachte ich die Kameras mit einem für sie üblichen Standardzoom das ungefähr den Brennweitenbereich 28-80 mm abdeckt (auf Kleinbild bezogen). Aus der Reihe fallen hier Sony und Panasonic (mit dem 12-35) die bereits bei 24 mm starten, dafür aber nur bis ca. 70 mm reichen - in meinen Augen trotzdem die praktischere Variante. Klarer Gewinner des Zoombereichs ist Olympus mit 24-100 mm. Dafür gehört dieses Zoom auch zu den lichtschwachen, schlechter ist nur Nikon. Sony und Samsung profitieren bei der auf Kleinbild umgerechneten Lichtstärke aufgrund ihres großen Sensors. Klare Gewinner sind hier Fujifilm und Panasonic 12-35 die ein Arbeiten mit begrenzter Schärfentiefe ermöglichen. Bei Sony und an der Panasonic G5 gibt es ein Motorzoom, was mir beim Fotografieren nicht zu gut gefällt wie die manuellen Zooms der anderen Objektive, für Video aber praktisch sein kann. Überzeugend auch hier Olympus, beim 12-50 kann man zwischen manuellem und Motor-Zoom umschalten.

Bedienkonzept

Sony orientiert sich bei den NEX noch recht stark an einer Kompaktkamera, Nikon schon weniger und bei Samsung, Olympus, Panasonic überwiegt der Einfluss der großen Spiegelreflexkameras - vielleicht auch weil sie sich nicht/weniger gegen die DSLR aus eigenem Haus abgrenzen müssen. Fujifilm spendiert noch mehr manuelle Bedienelemente und erinnert damit stark an analoge SLR und Sucherkameras. Wer wie ich mit solchen Kameras aufgewachsen ist, wird Details wie getrennte Einstellräder für Zeit und Belichtungskorrektur und ein Blendenring am Objektiv zu schätzen wissen.

Video etc.

Ein sehr unterschiedliches Bild zeigt sich bei den Videofunktionen. Für die Fujifilm ist es nur ein Add-On und entsprechend wenig unterstützt. Die anderen Kameras nehmen das Thema ernster, an der Spitze liegen Nikon und Panasonic GH-3. Beide bieten z.B. Zeitlupenfunktionen an. Ähnlich verhält es sich mit der Autofokus-Geschwindigkeit. Diese ist bei Fujifilm nicht unbedingt für Action gedacht, bei Nikon unterstützen spezielle Felder im Sensor das Fokussieren und sie ist damit schneller als viele DSLR.


Nikon 1V2

Nikon 1 V2
  mit 3.5-5.6 / 10-30 mm

Die Nikon zielt als leichtestes Set im Test vor allem auf Aufsteiger von Kompaktkameras die sich mehr Leistung wünschen, ihre Stärke ist die enorme Geschwindigkeit. Damit ist sie ideal für Aufnahmen von spielenden Kinder oder dem Hund im Garten. In Innenräumen kommt sie aufgrund des kleinen Sensors leider ebenso schnell an ihre Grenzen wir eine gute Kompaktkamera. Gegenüber dieser bleibt noch der Vorteil der Wechselobjektive, mit dem angekündigten 1.2 / 32 mm lassen sich dann auch Portraits machen, wie man sie von einer DSLR kennt - für die anderen Systeme gibt es bereits jetzt passende Portrait-Objektive.

Fazit: Die Action-Camera


Panasonic Lumix G5

Panasonic Lumix G5
  mit PZ 3.5-5.6 / 14-42 mm

Ich besitze einen alten Vorgänger, die Lumix G1, und benutze sie sehr gerne auf Reisen mit leichtem Gepäck. Die aktuelle G5 zeigt wenig Schwächen und eignet sich als Einstieg in das große Micro-Four-Thirds (MFT) System. Durch das Powerzoom ist sie angenehm klein, ob einem das Zoom per Hebel gefällt ist Geschmackssache - wer lieber ein klassisches Drehzoom möchte wird bei Panasonic auch fündig. Praktisch ist auch das komplett schwenkbare Display.

Fazit: Kompakte mit Objektivauswahl


Sony NEX 6

Sony NEX-6
  mit 3.5-5.6 / 16-50 mm

In Größe, Gewicht und mit dem Powerzoom hat die Sony viel Ähnlichkeit mit der Panasonic G5 Kombination. Sie punktet mit dem besseren Sucher und dem größeren Sensor. Auch der Handgriff liegt für mich besser in der Hand. Schwächer ist sie hingegen beim System: Für Sony NEX gibt es noch lange nicht so viele Objektive wie für MFT. Ob einem das Bedienkonzept zusagt, sollte man selber testen.

Fazit: Klein mit hoher Auflösung


Samsung NX20

Samsung NX20
  mit 3.5-5.8 / 18-55 mm

Samsung kommt klassischer daher als Sony, hat technisch aber viel Ähnlichkeit, zum Beispiel die Sensorgröße. Auch bei der Auswahl an Objektiven gibt es viele Gemeinsamkeiten, was sicher daran liegt, dass Sony und Samsung beides große Elektronikkonzerne und zur ähnlichen Zeit in diesen Markt eingestiegen sind. Die Kameras von Samsung sind etwas runder und haben mehr Plastik, was sich für mich etwas billiger anfühlt. Dafür ist die Kamera auch wirklich für weniger Geld zu haben.

Fazit: Für Preisbewusste


Olympus OM-D E-M5

Olympus OM-D E-M5
  mit 3.5-6.3 / 12-50 mm

Olympus ist mit der E-M5 im klassischen Design ein erfolgreicher Allrounder für MFT gelungen. Ein Highlight der Kamera ist sicherlich der Schutz vor Spritzwasser. Auch das Konzept eines zweiteiligen Handgriffes überzeugt mich. Eine echte Besonderheit ist der in die Kamera eingebaute Bildstabilisator. Alle anderen Kombinationen haben ihn im Objektiv, was genau so gut funktioniert. Der Vorteil bei Olympus ist aber, dass mit dieser Lösung auch alle anderen Objektive, selbst Festbrennweiten und alte MF-Objektive mit Adapter stabilisiert sind.

Fazit: Robuster Allrounder


Fujifilm X-E1

Fujifilm X-E1
  mit 2.8-4 / 18-55 mm

Fujifilm denkt bei seiner X-Serie ganz klar an den klassischen Fotografen. Wer Video kaum benutzt, dafür eine traditionelle Bedienung schätzt und vor allem Wert auch einen guten Sensor und hochwertige Objektive legt, ist hier richtig. Das System ist mit derzeit nur einem Zoom-Objektiv noch klein, bietet mit einigen Festbrennweiten aber schon interessante Auswahl für den ambitionierten Fotografen. Der hohen Qualität entsprechend liegt auch der Preis etwas höher.

Fazit: Klassische Qualität


Panasonic Lumix GH3

Panasonic Lumix GH-3
  mit 2.8 / 12-35 mm

Panasonic hat mit der Lumix GH Serie unerwartet großen Erfolg bei Videografen erreicht. Die GH-3 verzichtet nun auf die übliche Kompaktheit der MFT-Kameras und zielt ganz deutlich auf einen (semi-)professionellen Einsatz. Dafür sprechen ein stabiles, spritzwassergeschütztes Gehäuse ebenso wie lichtstarke Objektive mit durchgehender Blende 2.8. Dafür verlangt Panasonic allerdings auch einen deutlich höheren Preis. Sinnvoll ist diese Kombination also vor allem für ernsthafte Videoaufnahmen und alle die auch bei einer spiegellosen Kamera lieber ein etwas größeres und griffiges Gehäuse mögen.

Fazit: Großes Video