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Kameramarkt 2014

2013-12-30

Aktueller Marktüberblick - Vorschau auf 2014


In 2013 gab es viele spannende neue Kameras und Entwicklungen. Nun geht das Jahr dem Ende entgegen und es stellt sich die Frage: Was erwartet uns im nächsten Jahr? Ich will in diesem Artikel versuchen den aktuellen Stand des Marktes an DSLR und vor allem spiegellosen Systemkameras zu erfassen und einen kleinen Ausblick auf 2014 wagen.

Canon

Der Umfang des DSLR Systems von Canon ist enorm und sehr erfolgreich. Doch man scheint sich etwas auf dem Erfolg im Profi- und Amateurbereich auszuruhen, seit Jahren sind neue Kameras und Objektive sinnvolle Verbesserungen der vorhandenen mit wenig Innovation. Der Versuch im spiegellosen Bereich war so halbherzig, dass er fast wie ein Alibi wirkt. Arbeitet Canon an einem großen Wurf oder verschlafen sie einen wichtigen Trend? Sicher wird es neue Kameras und Objektive von Canon geben, aber ob etwas spannendes dabei ist, das scheint noch unsicher. In letzter Zeit mehren sich die Zeichen, dass vielleicht zum Ende des Jahres endlich auch von Canon eine spiegellose Kamera mit EVF auf den Markt kommt. So ganz mag ich noch nicht daran glauben.

Fujifilm

Mit dem Start des X-System ist Fujifilm 2012 ein großer Auftritt gelungen: ein innovativer Sucher und ein neuartiger Sensor in einer Kamera mit sehr klassischem Bedienkonzept, serviert mit einer durchdachten Auswahl an Festbrennweiten. Das zeugt von großem Verständnis für die klassische Fotografie und der Erfolg des Systems gib Fujifilm recht. Seitdem wurde die Objektivauswahl kontinuierlich und sinnvoll ausgebaut und weitere Kameras für die günstigeren Käuferschichten ergänzt. Jetzt gilt es wieder das obere Ende mit einem neuen Top-Modell zu bedienen. Die große Frage dabei ist, ob Fujifilm dem APS-C Format treu bleibt oder auch in Richtung Kleinbildformat schwenkt. Auch wenn sich manch einer sicher letzteres wünschen, halte ich es für Fujifilm eher für gefährlich, da es auch wieder einen Neuanfang bei den Objektiven bedeutet. Wünschen würde ich mir als weitere Innovation im Format APS-C, z.B. einen überformatigen Sensor gepaart mit einem EVF mit 110% Sichtfeld - das wäre eine digitale Variante des für Straßenfotografie beliebten Messsuchers.

Leica

Das Kleinbildformat hat Leica vor 90 Jahren erfunden und auch bei den digitalen waren sie früh in diesem Format dabei, allerdings in Messsucherkameras zu Preisen, die nur für wenige interessant sind. In der klassischen Bedienung macht inzwischen Fujifilm Konkurrenz, beim Kleinbildformat Sony. Leicas Nische wird kleiner und von Sammlermodellen allein kann man nicht leben. Die Chancen sind gut, dass in 2014 etwas neues von Leica kommt, als Termin würde die Photokina gut zu der klassischen Marke passen. Vermutlich entsteht etwas in der Kooperation mit Panasonic, doch hat Leica bisher wenig interessiere an Micro Four Thirds (MFT) gezeigt. Wahrscheinlicher ist also etwas neues im Format Kleinbild oder APS-C und mit Autofokus. Die Frage ist, ob Panasonic in einem neuen System mitmacht, oder weiter alles auf MFT setzt.

Nikon

Nikon konzentriert sich weiterhin auf klassische DSLR mit dem Trend hin zum Kleinbildformat. Die Df im Retrodesign ist ein gutes Beispielt dafür. Daneben gibt es Nikons spiegelloses System 1 mit dem kleinsten Sensor dieser Systeme. Die Kameras punkten mit schnellem Autofokus und guten Bildfolgen und sind für Aufsteiger von Kompaktkameras eigentlich eine interessante Wahl, dafür aber zu teuer. Mit der Nikon 1 AW1 gibt es jetzt auch eine tauchfeste Version (bis 15 m), was sicherlich sehr interessant ist, aber doch auch nur eine kleine Nische. Sicher wird es weitere Objektive (z.B. ein AW 10-100) und neue System 1 Kameras geben. Ob es Nikon damit gelingt, dem System neuen Schwung zu geben, bleibt abzuwarten. Der kleine Sensor wird es weiterhin schwer haben gegen das umfangreiche MFT.

Olympus

Mit der OM-D E-M1 hat Olympus eine Kamera vorgestellt, welche kaum noch Wünsche offen lässt und antritt um das spiegelbasierte Four Thirds System aus eigenem Haus zu beerben. Mit Adapter können deren sehr guten Objektive weiter genutzt werden, doch auch die Auswahl der MFT Objektive ist inzwischen groß. Lichtstarke Festbrennweiten ermöglichen auch mit dem kleineren Sensor eine geringe Schärfentiefe. Bei den Zooms ist die Auswahl an 2,8ern noch gering und eigentlich bräuchte es 2,0 um in Sachen Freistellmöglichkeiten mit Kleinbild bei Blende 4 mithalten zu können und für die Sportfotografie mangelt es noch an lichtstarken Tele, aber ansonsten ist die Auswahl gut. Olympus konzentriert sich bei seinen Kameras auf die klassische Fotografie, mit Retro-orientierter Bedienung. Ein besonderes Highlight ist der Bildstabilisator in der Kamera, welcher auch mit alten Festbrennweiten funktioniert. Nach der Ergänzung am oberen Ende sind nun erst einmal Updates der vorhandenen Mittelklasse von Olympus zu erwarten (Nachfolder der E-M5) und vermutlich auch das eine oder andere interessante Objektiv.

Panasonic

Als Vorreiter der spiegellosen Systemkameras bietet Panasonic eine große Bandbreite an Kameras und Objektiven, welche durch den mit Olympus gemeinsam genutzten Standard MFT noch größer ist. Von der sehr kleinen GM1 bis zum Videoprofi GH3 reicht die Bandbreite bei den Kameras. Video ist die besondere Spezialität von Panasonic, demnächst soll eine 4k Kamera kommen, also etwas noch oberhalb der GH3. Panasonic wird den professionellen Bereich weiter ausbauen, gleichzeitig aber die ganze Breite abdecken. Das alles mit einem System ist mit MFT gut machbar, es ist klein genug für das untere Ende und reicht mit passenden Objektiven bis in den Profibereich.

Samsung

Schon etwas länger gibt es das spiegelloses NX-System mit APS-C Sensor von Samsung. Die Kameras sind nicht schlecht aber können leider auch nicht recht begeistern. Bei den Objektiven ist das 1.4 / 85 mm ein Lichtblick, aber ansonsten gibt es auch hier wenig spannendes. Der Versuch ein 4.8-Zoll Android Tablet mit einer Kamera zu kreuzen - Galaxy NX genannt - ist gescheitert, da sie weder anspruchsvolle Fotografen, noch den Gelegenheitsknipser ansprechen konnte. Was fehlt, ist eine Idee, was das NX-System darstellen soll und wodurch es sich positiv von der Konkurenz abheben kann. Wo will Samsung 2014 hin? Ich habe da keine Idee.

Sony

Bein Sony ist ein klarer Trend erkennbar: weg von der klassischen Spiegelreflex, hin zum spiegellosen System mit elektronischem Sucher. Den Anfang machte Sony schon 2010 mit der NEX Reihe, sehr kompakten Kameras mit APS-C Sensor. Lange mangelte es dazu an passenden Objektiven, inzwischen gibt es etwas Auswahl. Doch Sony machte die nächsten Schritte, stattete erst 2012 das neue Top-Modell der Alpha Reihe, die A99, mit EVF aus und brachte jetzt die Geschwister Alpha 7 und 7R mit Sensoren im Kleinbildformat und dem E-Mount Bajonett der NEX und auch eine spiegellose A3000 im Gewand einer Einsteiger-DSLR. Damit ist der Schritt weg von der Spiegelreflex getan, doch wieder mangelt es an passenden Objektiven, A-Mount Objektive mit Adapter oder NEX-Objektive können nur eine Übergangslösung für diese neuen Kameras sein. Bei Sony gibt es viel Innovation aber dadurch leider auch viele unterschiedliche Ansätze und noch keine Systembreite. Wenn es Sony gelingt das Objektivangebot für die spiegellosen im Kleinbildformat schnell auszuweiten, dann steckt in diesem NEX/Alpha System sehr viel Potential.