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Fujifilm X-M1 Praxis-Test

2014-01-22

Praxis-Erfahrungen mit der Fujifilm X-M1

Fujifilm X-M1 Die X-M1 gibt es in verschiedene Farben


Die Fujifilm X-M1 mit den Objektiven 16-50 mm und 27 mm wurde mir freundlicherweise von Fujifilm Deutschland zur Verfügung gestellt. Ich bekomme für diesen Test von Fujifilm kein Geld und habe auch sonst keine finanziellen Vorteile dadurch. Ich habe die Kamera zwei Wochen lang im Alltag getestet genau so, wie ich es mit einer selbst gekauften Kamera machen würde. Hier meine Eindrücke:

Haptik und Handling allgemein

Fujifilm X-M1

In Kombination mit dem 16-50 Zoomobjektiv liegt die Kamera gut in der Hand, wenn man mit zwei Händen fotografiert, die zweite Hand wird am Objektiv zum Zoomen benötigt. Einhändig kann man nicht zoomen und die Kamera liegt nicht besonders sicher in der Hand. Mit der kleinen Festbrennweite sieht es anders aus, da fühlt sich die Kamera auch einhändig gut an.

Die Haptik der Bedienelement oben auf der Kamera ist für mein empfinden solide, die Rückseite und das Zoom wirken aber relativ billig. Das ist sicherlich dem geringen Gewicht und günstigen Preis geschuldet, muss aber in Hinblick auf die hochwertigere Anmutung der anderen Fujifilm X-Kameras erwähnt werden.

Display

Fujifilm X-M1

Das Display entspricht in Größe, Auflösung und Helligkeit dem, was man heute von einer Kamera mit Wechselobjektiven erwarten kann. Es lässt sich nach oben und unten Schwenken, womit Aufnahmen über Kopf oder in Bodennähe leicht möglich sind. Ich habe während meiner Testphase bei Freunden interessante Fotos von einem krabbelnden Baby auf dessen Augenhöhe gemacht. Richtig starke Sonne hatte ich jetzt im Winter zum Testen leider nicht, aber an einem sonnigen Wintertag war das Display draußen noch ordentlich erkennbar.

Das Display ist im Format 3:2, welches dem des Sensors entspricht. Dadurch geht zwar kein Platz verloren, es bedeutet aber auch, dass die Belichtungsdaten in das Bild eingeblendet werden und damit am unteren Rand Teile des Bildes verdecken. Das stört mich immer etwas, schöner fände ich da ein 4:3 Display mit einem schwarzen Balken für die Belichtungsdaten unter dem Bild.

Fujifilm X-M1 mit 16-50

Einen elektronischen Sucher bietet die Kamera nicht, nicht eingebaut und auch nicht als optionales Zubehör. Man ist ganz auf das Display zur Bildgestaltung angewiesen. Wer auf einen Sucher nicht verzichten möchte, kann bei Fujifilm eine Klasse höher bei der X-E2 fündig werden.

Autofokus

Der Autofokus funktioniert zuverlässig und relativ flott, auch in Modus Gesichtserkennung. Er hat aber eine starke Vorliebe für hohen Kontrast und nimmt diesen wichtiger als die Nähe des Motivs. Bei dem Bild der Spitze eines Schilfrohrs musste ich deswegen auf manuellen Fokus umstellen, da der AF immer auf den Hintergrund scharf stellen wollte.

Das Verhalten beim Mehrfeld-AF, der sich selbst seine Fokusfeld sucht, verschärft dieses Problem. Ich kenne diesen Modus von anderen Kameras so, dass auf das nächstliegende Objekt im Bild scharf gestellt wird. Die X-M1 hingegen suchte sich relativ zufällig irgendeinen Punkt im Bild mit hohem Kontrast. Hinzu kommt noch, dass nicht wie üblich alle AF-Bereiche in der aktuellen Schärfenebene hervorgehoben werden, sondern wirklich nur das benutzte AF-Feld. Mit diesen beiden Eigenarten fand ich den Mehrfeld-AF nicht gut nutzbar und habe enttäuscht wieder auf den Einzelfeld-AF umgestellt. Wer diesen Modus von seiner Kompaktkamera kennt und gerne benutzt, muss bei der X-M1 also umdenken.

Der manuelle Fokus hat ein eingebautes Fokus Peaking, welches die Kanten der scharfen Bildbereiche hervorhebt. Das funktioniert sehr gut, man kann leicht erkennen, welche Bildinhalte scharfgestellt sind.

Bildqualität

Fujifilm ist mit dem X-Trans Sensor im APS-C Format ein guter Wurf gelungen. Erstaunlich sind vor allem die Details und das geringe Rauschen bei hohen Empfindlichkeiten. Aus meiner Sicht kann man ISO 1600 noch ohne große Bedenken verwenden und auch 3200 wird in vielen Fälle ok sein. In der Klasse der Kameras mit Sensor im APS-C Format spielt die X-M1 vorne mit, auf Augenhöhe mit deutlich größeren DSLR.

Objektive

Da ich gerne etwas mehr Weitwinkel habe, trifft das 16-50 Zoom meinen Geschmack. Umgerechnet auf Kleinbild entspricht es 24 bis 75 mm, das ist für die meisten Situationen genau richtig.

Wer gerne viel Tele mag, muss bei Fujifilm X derzeit ein zweites Objektiv dazunehmen, ein Superzoom gibt es nicht. Dafür bietet das Objektivprogramm von Fujifilm einige interessante und hochwertige Festbrennweiten für Portraits, Reportagen, Landschaft und Architektur, allerdings sind diese auch nicht billig - meine Übersicht zeigt alle aktuell verfügbaren zur X-M1 passenden Objektive.

Die kleine 27 mm Festbrennweite bietet mit einer Lichtstärke von 2.8 nicht sehr viel Vorteile gegenüber dem Zoom, sodass ich sie weniger benutzt habe, als ich vorher erwartet hätte. Sinnvoll ist sie dann, wenn man das Volumen der Kamera klein halten möchte und dafür auf den Zoom verzichtet.

Fazit

Die Fujifilm X-M1 biete viel Bildqualität und gute Bedienung im kleinen Paket. Ohne elektronischen Sucher bietet sie sich vor allem für Aufsteiger von einer Kompaktkamera an, die sich mehr Bildqualität und kreative Möglichkeiten wünschen. Dank der Einbindung in das Fujifilm X System stehen hochwertige Objektive für weitere Schritte bereit.

Positiv

  • Bildqualität
  • Gutes Handling
  • Relativ klein und leicht
  • Gute Objektive
  • Focus Peaking hilft beim manuellen Scharfstellen

Negativ

  • Automatische Feldwahl beim Mehrfeld-AF nicht überzeugend
  • Kein elektronischer Sucher verfügbar

Bilder

Alle Bilder wurde in 3:2 JPEG aufgenommen und sind unbearbeitet, nur ein IPTC copyright habe ich hinzugefügt. Eine Version in voller Auflösung ist verlinkt.

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